Analyse „Ski Challenge“

In diesem Artikel geht es um das beliebte, österreichische Spiel „Ski Challenge“. Die Versionen 2013, 2012 und 2011 werden hier anhand der ludologischen Prinzipien nach Roger Caillois analysiert und es wird im besonderen auf die Sponsoren und deren Platzierung im Spiel eingegangen.
Zusätzlich werde ich eine kurze Bewertung zum Spiel abgeben und erläutern warum es sich sich lohnt dieses Spiel zu sponsern.

Was ist „Ski Challenge“?

„Ski Challenge“ ist ein virtuelles Ski-Rennen, das 2004 erschienen ist und seit daher jährlich überarbeitet und verbessert wieder erscheint. In dieser Simulation kann man online gegen reale Gegner auf bekannten, realen Pisten antreten, der Beste werden und sich für die virtuelle Meisterschaft qualifizieren. Seit 2008 ist die Spieleranzahl auf beachtliche  6 Millionen Spieler in über 50 Länder angewachsen. Der Spiel ist kostenlos downzuloaden und für die ganze Familie geeignet. 1)

TitelbildScreenshot: http://www.skichallenge.at/de/

Titelbild
Screenshot: http://www.skichallenge.at/de/

Finanziert wird das beliebte Spiel über In Game Advertising durch Sponsoren. Diesen bieten die virtuellen Werbeflächen ein optimales Umfeld um auch junge Kunden zu erreichen, die sich nicht besonders für die Übertragung des Skisports interessieren sondern viel mehr für Spiele. Der ersichtliche Werbeerfolg in Zahlen macht das Spiel für Werbende zu einer interessanten Möglichkeit des Sponsorings. 2)

Was kann „Ski Challenge“?

Arcade ModusScreenshot: Ski Challenge 2012

Arcade Modus
Screenshot: Ski Challenge 2012

Der Spieler kann sich entscheiden ob er online im Wettkampf oder offline im Training spielen will. Außerdem kann der Spieler seine Spielfigur nach belieben verändern, wie zum Beispiel die Musterung und Farbe des Trikots oder das Design der Ski.
Wetterbedingungen und die Pisten können im Trainingsmodus frei gewählt werden. Im Wettkampf herrschen auf den Pisten für alle Teilnehmer die selben Bedingungen. Die Einstellungen des Ski kann der Spieler auch selbst vornehmen oder einen generierten Schwierigkeitsgrad wählen. Je besser der Ski präpariert ist, desto besser ist der Skifahrer dann im Spiel. Zusätzlich gibt es zum Beispiel in Version 12 „Mini Modes“ in denen es spezielle Aufgaben zu bewältigen gilt, so zum Beispiel einen Arcarde Modus in dem unterschiedliche Symbole zu sammeln sind.

Die ludologischen Prinzipien

Um das Kernkonzept des Spiels erfassen zu können ist die Analyse nach Roger Caillois ludologischen Prinzipien notwendig. Diese heißen wie folgt:

Alea (Zufall)
Menschen lieben es überrascht zu werden.

Agon (Wettkampf)
Menschen lieben es Ziele zu erreichen oder einfach besser als jemand anderer zu sein.

Illinx (Rausch)
Menschen spielen gerne und wiederholen dies gerne immer und immer wieder.

Mimikry (Maskierung)
Menschen lieben es sich zu verkleiden, in eine andere Rolle zu schlüpfen um etwas zu machen, das für sie im Alltag nicht möglich ist.

Im Fall der Analyse der Ski Challenge stehen diese für folgendes:

Alea
Dadurch, dass die Gegner aus aller Welt zufällig gewählt werden und der Spieler nicht weiß wie gut diese sind, lässt er sich überraschen. Dies erzeugt eine besonders hohe Spannung und steigert das Interesse an diesem Spiel.

Agon
Um Sieger zu werden muss man besser als alle anderen Rennfahrer sein. Jeder Spieler wählt seinen individuellen Nutzernamen und wird mit seiner Bestzeit in einer Liste platziert. So kann sich der Spieler ein Ziel setzen auf welche Platzierung er schaffen möchte.

Illinx
Um Siegen zu können versucht der Spieler immer besser zu werden und spielt das Spiel immer und immer wieder in unterschiedlichen Einstellungen und auf unterschiedlichen Pisten.

Mimikri
Dieser Aspekt ist ein sehr auffallender in diesem Spiel, da sich der Spieler in die Rolle eines professionellen Skirennläufers hineinversetzen kann. Er kann seinen Alltag beiseite lassen und einmal jemand sein, der er vielleicht immer schon einmal sein wolle – ein Star.

Ein weiteres ludologisches Prinzip wäre auch, dass der Mensch nicht gerne alleine spielt. Indem das Spiel auch online zu spielen ist, kann man gegen eine weitere Person antreten, so dass man nicht alleine spielen muss. Zusätzlich können Spieler Skigruppen eröffnen und in diese ihre Freunde dann einladen um mit ihnen gemeinsam zu Spielen.Über Game Alarm, einem Programm zur Kommunikation, können die Spieler sich unterhalten und werden über die Ausgänge von zum Beispiel Gruppenrennen informiert. 4)

Konvergenz

Konvergenz bedeutet laut Duden: Annäherung, Übereinstimmung… .5)
In diesem Beispiel steht die Konvergenz für die Übereinstimmung der Möglichkeiten im Spiel mit denen aus dem realen Skirennsport.

Folgende Übereinstimmungen sind zu erkennen:

Inhaltliche Konvergenz

Regeln
Diese wurden eins zu eins aus der Realität entnommen. Beispiele dieser sind:
Der schnellste gewinnt, bei Sturz scheidet der Läufer aus, der Läufer muss die Piste innerhalb der Fahnen passieren, da er sonst ausscheidet und weitere.

Pisten
Die Pisten die im Spiel befahren werden existieren auch in der Realität und sind besonders naturgetreu virtuell nachgebaut. So kann man zum Beispiel auf folgenden Pisten fahren: Gröden, Kitzbühel, Wengen, Bormio, Val d‘ Isere und weitere. Mit dem Fortschreiten der Saison werden weitere Pisten freigeschaltet, die dann zur Wahl stehen.

Aussehen
Alle Skirennen die im Fernsehen übertragen werden, werden von Marken gesponsert und diese lassen sich an bestimmten Stellen der Piste platzieren. Dies passiert auch in diesem Spiel. Dadurch wird das Spiel viel realer und man kann sich viel besser in den Skiläufer hineinversetzen.

Skirennen im Fernsehen werden gewöhnlich kommentiert und es werden oft vergleiche zwischen zwei Fahrern gemacht. Dies ist auch im Spiel möglich, da man sich  die Fahrten als Wiederholung ansehen kann. Die Betreiber von Ski Challenge 2013 haben sich die Mühe gemacht und eine Analyse erstellt, wie man in folgendem Video erkennen kann:

Technische Konvergenz

Fahrverhalten
Wenn die Sonne scheint oder ob die Piste eisig ist, dann verändert sich nicht nur die Sicht, sondern auch das  Fahrverhalten. Je nach Wetter ist die Piste leichter oder Schwerer zu befahren.

Abfahrtszeit
Da die Pisten eins zu eins nachgebaut sind und auch das Fahrverhalten real ist, ist es möglich die Pisten in Echtzeit hinunterzufahren. Das heißt man erreicht eine Zeit die man bei der Abfahrt auf der Piste in der Realität auch erreichen würde. So ist es den Spielern möglich sich auch mit den Profiläufern der Realität zu messen.

Wer sind die Sponsoren?

Da sich das Spiel durch In Game Advertising finanziert sind immer einige Sponsoren nötig:

Ski Challenge 2013

  • Black Copper Marans  – ist eine österreichische Rockband, die aus Wien stammt.
  • Game Twist – ist der Hauptsponsor. Dieser ist Anbieter für Internet Spiele.
  • Greentube – ist der Entwickler des Spiels. Dieser entwickelt auch Spiele für die Plattform von Game Twist.

    Sponsoren 2013Foto: http://www.skichallenge.at/de/

    Sponsoren 2013
    Foto: http://www.skichallenge.at/de/

Ski Challenge 2012

  • Game Twist
  • Greentube

Ski Challenge 2011

  • Labello
  • Gösser
  • checkfelix.com
  • Wagner Pizza
  • ORF
  • FM4
  • Hitradio Ö3
  • Renault
  • Goodyear
  • Green Tube
  • Game Twist
  • Uniqua
  • Win2day
  • Nikon

Platzierung der Sponsoren

Da in den Versionen 12 und 13 nur wenige Sponsoren zu finden sind, wird hier auf die Ski Challenge 2011 eingegangen.
In dieser Version werden, ähnlich wie auch im realen Skisport, die Sponsoren an folgenden Orten platziert:

StarthütteScreenshot: Ski Challenge 2011

Starthütte
Screenshot: Ski Challenge 2011begonnen.

Mit der Analyse der Sponsorenplatzierungen wird an der Starthütte begonnen.

Hier werben Labello, checkfelix.com und Wagner Pizza besonders auffällig. Jeder Spieler muss an diesem Ort beginnen und kann sich diesen Werbeeindrücken nicht entziehen.

Auf dem Trikot wirbt win2day und auf dem Helm ist Uniqua platziert. Diese Plätze sind besonders im Blickfeld des Spielers, da sich dieser auf seinen Läufer bei der Steuerung konzentriert.

PisteScreenshot: Ski Challenge 2011

Piste
Screenshot: Ski Challenge 2011

Bandenwerbung ist in diesem Spiel besonders stark vertreten. Sie ist während der Abfahrtzeit auf der Piste zu sehen, je nach den Wetterbedingungen und der Breite der Piste sind diese besser oder schlechter zu sehen, zu übersehen sind diese auf jedenfall aber nicht.

Sponsoren die auf diesen Werbemitteln platziert sind, sind folgende:

  • Gösser
  • ORF
  • Fm4
  • Ö3
  • checkfelix.com
  • Uniqua
  • Renault

Bei der Anzeige der Zwischenzeit ist der Sponsor Renault zu sehen und bei der Anzeige der Sprungweite ist Goodyear platziert. Wenn der Spieler besonders viel Wert darauf legt der erste zu sein oder am weitersten zu springen, so kann er dies überhaupt nicht übersehen. Spielen jedoch Anfänger, die sich viel mehr auf die Steuerung konzentrieren müssen, so ist dieser Platz nicht optimal.

ZielScreenshot: Ski Challenge 2011

Ziel
Screenshot: Ski Challenge 2011

Um ins Ziel zu gelangen durchfährt man einen Bogen, der durch den letzen steilen Hang schon lange zu sehen ist. Auf diesem ist der ORF präsent.
Im Ziel angekommen erscheinen links und rechts einige Bandenwerbungen. Besonders vertreten sind hier der ORF und Uniqua.

Ein Heißluftballon, gesponsert von Nikon ist hier, wie auch auf der Piste schon zu sehen war, platziert. Auch neben der Piste fallen während der Fahr aufblasbare Objekte gebrandet von Uniqua auf. Fährt der Spieler als schnellster ins Ziel, so erscheint am linken unterem Rand ein Fotograf von Nikon, der Fotos vom Skistar macht.  5)

Die große Anzahl an Sponsoren lässt das Spiel noch realer erscheinen und gibt dem Spieler die Möglichkeit sich viel besser in die Skistars hineinzuversetzen. Dies wertet das Spiel auf jeden Fall auf.
Natürlich wäre es für den Sponsor auch ein Zusatznutzen sich durch andere Werbemittel zu platzieren, etwa mitels Easter Eggs.

Doch was sind Easter Eggs?
Das sind versteckte Inhalte in Spielen, die zufällig freigeschaltet werden können. Besipiel dazu sind in der Quellenangabe zu finden. 6)

So könnte man zum Beispiel im Trainingsmodus bei dem Erreichen einer besonders langsamen Zwischenzeit, beim Befahren der unpräparierten Piste an einer bestimmten Stelle oder bei einer Rückwährtsfahrt, ein animiertes Werbeobjekt des Sponsors über die Piste laufen oder fahren lassen.
Als Beispiele:
Renault – Dieser Sponsor könnte ein Auto über die Piste fahren lassen.
Game Twist – Es könnte ein kleiner Wirbelsturm den Spieler wieder in die Bahn befördern wenn er mehr als x mal diese verlässt oder ähnlich.

Durch weitere Platzierungen wird das Spiel noch realer. Zum Beispiel wenn die Skihersteller das Spiel sponsern würden und sich der Spieler zwischen den unterschiedlichenen Marken Ski entscheiden könnte.
Die Möglichkeiten des Sponsorings in diesem virtuellen Spiel sind fast grenzenlos.

Bewertung

Ich persönlich halte die Ski Challenge Serie für ein spannendes Spiel für zwischendurch. Am spannensten ist es sicher wenn man in einer Gruppe spielt und versucht Rekorde aufzustellen. Aus der Sicht eines Werbenden denke ich, ist es ein optimales Umfeld um eine eher junge Zielgruppe anzusprechen, die man etwa über das Sponsoring in den realen Rennen nicht erreichen kann, da diese weniger Skirennen im Fernsehen schauen. Auch für jene weniger finanzkräftigen Sponsoren, die bei den Ski Rennen in der Realität präsentsein können, ist dies eine tolle Alternative.

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Links zu den Original-Seiten

Quellen
1) Vgl.: http://www.ski-challenge.com/index.php?option=com_content&view=article&id=3&Itemid=6&lang=de (22.12.2012  20:34)
2) Vgl.: http://www.ski-challenge.com/index.php?option=com_content&view=article&id=2&Itemid=5&lang=de (22.12.2012 20:42)
3) http://www.duden.de/rechtschreibung/Konvergenz (22.12.2012 21:42)
4) http://www.skichallenge.at/de/info/?c=gamealarm (28.12.2012. 10:30)
5) Spiel: Ski Challenge 2011
6) Vgl.: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/easter-eggs-eiablage-im-datendickicht-a-618203.html (27.12.2012 11:02)

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